RebatteredVor Mamats Movie World, Wuppertal 15.10.2005>> Mehr Material zur Band
Es ist irgendwie schon peinlich: Da kennt man so viele Metal – Bands und muß von Freunden aufgezeigt bekommen, welche Perlen in der eigenen Heimatstadt angesiedelt sind! Die Death/Thrash – Truppe Rebattered stieg an diesem Samstag Abend im Rahmen des Zweistein Bandcontests im Wuppertaler Kino „Mamats Movie World“ auf die Bühne und wurde, wie mir schnell klar wurde, zu recht abgefeiert. Zuvor nahmen Thomas Möller (b.), Martin Schneider (g.), Stefan ‚Stürmer’ Weber (g.), Jan Hinzmann (d.), Tim Schmorow (v.) und ich auf einer Treppe vor dem Filmpalast Platz und sprachen kurz darüber, wie Sänger Tim die ersten fünf Bücher Mose für sich archiviert hat…

Hallo zusammen!

Band: Hallo!

Jan: Was haben wir eigentlich Großartiges zu sagen?

Tim: Ihr könnt auf jeden Fall mal auf meinen total übergroßen Penis aufmerksam machen! Das fände ich ja schon mal ganz cool.

(allgemeines Lachen)

Tim: … da sind nämlich die ersten fünf Bücher Mose drauf!

Stürmer: Dafür reicht das kleine Ding aber nicht.

Tim: Wie macht man eigentlich so ein Interview, ich weiß ja nicht?!


Also, eine Standarteinleitung ist immer die, dass die Band ein wenig von ihrer Biographie erzählt.

Martin: Im Prinzip ist es so, dass wir beide (deutet auf Stürmer) uns schon seit sieben oder acht Jahren kennen. Das ist eine ganze Weile, so dass wir gesagt haben, wir wollen irgendwann mal eine Band machen. Ich habe den Jan, unseren jetzigen Drummer, in der Schule bei uns kennengelernt und aus dem Stehgreif gefragt, ob er Bock hat, mit uns zu zocken. Ja und dann haben wir uns mehr oder weniger auf einer Party die Leute zusammengesucht. Innerhalb von einer Stunde stand die Band. Danach mußte ein Proberaum her, der irgendwo in einem Loch in Vohwinkel gefunden wurde. Seitdem machen wir eben Musik. Wir haben nach einiger Zeit damit begonnen, eigene Songs zu schreiben und vor einem Jahr ist unser alter Sänger Björn (räuspert sich), sagen wir mal, ‚ausgestiegen’…

Stürmer: …sagen wir mal: gegangen worden…

Martin: …und seitdem ist der nette Tim Schmorow neuer Frontgurgler, …-mann…, Brüllwürfel bei uns. Das ist es im Prinzip.

Stürmer: Unser erstes Konzert hatten wir ungefähr nach einem Jahr und zwei Monaten. Da haben wir noch viele Coverversionen gespielt: Metallica, Sepultura, Slayer und so weiter. Ein paar eigene Songs hatten wir fertig, etwa fünf oder sechs, glaube ich. Aber das erste Konzert war eine Katastrophe: Scheiß Sound, scheiß Bühne, aber es waren viele Leute da, deshalb war es ganz cool.

Martin: Das war im Jugendzentrum in Ronsdorf. Da haben wir, glaube ich, noch den Contradiction – Basser getroffen, der meinte, es wäre ihre alte Wirkungsstätte gewesen, mehr oder weniger, und er hätte uns damals schon gesehen.


Wie viele Konzerte habt ihr bisher gespielt?

Tim: Och (lacht), zehntausende! Frag nicht, hömma!

Stürmer: Mit Tim ist das nun unser drittes, was wir heute machen und davor hatten wir, ich glaube, fünf…

Martin: …es waren acht, glaube ich…

Tim: …ohne die Tour…

Stürmer: …dafür, dass die Band jetzt drei Jahre steht, sind es echt nicht viele.


Ich persönlich muss gestehen, kenne euch nicht und bin von zwei Kollegen hierhin geschleppt worden, die mir auch erzählt haben, dass ihr bereits ein Demo (das eigentlich keinen Namen trägt, aber nach Rücksprache von Sänger Tim spontan mit „In the name of…“ tituliert wurde – Anm.d.Red.) aufgenommen habt.

Stürmer: Ja, wir haben eine Proberaumaufnahme gemacht, das heißt einfach mehrere Mikros in den Proberaum gestellt und das in der Weise abgenommen, sprich: live eingespielt. Das Resultat war halt, dass Spielfehler mit drauf sind. Zudem war er (deutet auf Tim) gerade erst eine Woche in der Band, so dass viele Gesangsparts auch nicht so sind, wie sie sein sollten, z.T. etwas schief. Der Sound von dem Teil ist aber einfach eine Katastrophe.

Wie viele Songs sind denn darauf gelandet?

Stürmer: Da sind fünf drauf. Einen haben wir noch mal neu aufgenommen. Der klingt auf dem Aufnahmegerät ziemlich fett, aber als wir den runtergezogen und gebrannt haben, war alles nur verzerrt und scheiße.

Tim: Wir warten eigentlich nur auf einen Sponsor, der uns ein paar Euro schenkt und schon haben wir ein Album…

(allgemeines Lachen)

Tim: …aber irgendwie kriegen wir keinen!?

Stürmer: Wir haben eigentlich auch vor, mal ins Studio zu gehen und knappsen schon eine ganze Weile damit rum, mal endlich ein vernünftiges Demo aufzunehmen. Wir wollen beim Martin, dem Drummer von Guerrilla, aufnehmen, der ein eigenes Studio hat. Der hat einen fetten Sound.

Martin: Das ist auch der Punkt, an dem es bei uns immer gehakt hat. Wenn wir vor zwei Jahren ein gutes Demo herausgebracht hätten, wäre ein bisschen mehr gegangen, denn bei Bewerbungen für einen Gig müssen wir das Ding verschicken, welches wir haben und das ist nicht repräsentativ.

Thomas: Das nervt auch, wir haben keine Homepage, wir haben kein vernünftiges Demo…

Martin: Das kommt jetzt alles. Irgendwann.


Das wollte ich auch noch fragen, denn vorab macht man sich ja schon mal gerne auf den Seiten der Bands kundig.

Thomas: Die kommt jetzt. Wir setzen uns hin und werden ein wenig zaubern und in ein bis zwei Monaten steht das Ding.

Tim: Das darf echt nicht wahr sein, das nervt mich echt. Kein Gästebuch, wo man Scheiße reinschreiben kann, gar nichts.


Das erste Mal, als ich euren Namen gelesen habe, war das in Verbindung mit dem Schülerrockfestival hier bei uns.

Tim: Pssst! Schnitt, Schnitt!

(allgemeines Lachen)



Stürmer: Du warst da doch noch gar nicht dabei! Aber es war, wie soll man sagen, eine Erfahrung!?

Martin: Es war schon cool, auf so einer großen Bühne zu stehen.

Thomas: Ich kann nur allen Bands, die vorhaben, auf dem Schülerrockfestival zu spielen, davon abraten.

Jan: Nee, das ist einfach nur für junge Bands, die mal auf der Bühne stehen und spielen wollen. Das ist eine super Gelegenheit, mal auf einer großen Bühne zu stehen.


Es ist wohl eher das falsche Publikum.

Martin: Es war gar keins da, weil wir so spät gespielt haben. (lacht)

Jan: Im Nachhinein haben wir gesagt, es hat nix gebracht, weil wir so spät gespielt haben.

Stürmer: Wir haben als vorletzte Band gespielt und sind im Set gekürzt worden.

Jan: Wir sind von drei auf zwei Songs gekürzt worden!

Stürmer: Das geht halt bei jungen Bands, aber wir haben noch einen Teil vom Equipment gestellt, waren dementsprechend um acht Uhr morgens schon da und haben um Viertel vor zwölf gespielt, nachts. Wir sind eigentlich relativ abgefuckt worden!


Waren denn bei den Auftritten auch welche dabei, die total super gelaufen sind?

Stürmer: Die letzten beiden mit ihm (deutet auf Tim) sind total klasse gelaufen.




Martin: Bei der Zweistein – Show war der Sound ganz cool, die Leute waren da und wir haben selber ganz gut gezockt. Von daher war es auch so, dass viele Leute, vor allem der Armin von Forces@Work (früher auch Basser bei Guerrilla – Anm.d.Red.), der immer unser Kritiker war und gesagt hat, was scheiße war, angekommen sind und gemeint haben: Ihr ward gut. Ich glaube, das war der Gig, der von uns der beste war.

Stürmer: Der letzte war auch super, da waren halt nicht viele Leute da, weil wir als erster gespielt haben. Wir haben in Hagen im Kultopia gespielt und der Veranstalter hatte keinen anderen Platz mehr frei. Von uns her war es gut und die Leute meinten auch, der Sound war super, bis auf daß der Bass etwas zu leise war, aber ansonsten war’s echt geil. Der Veranstalter sagte hinterher auch, wenn er gewusst hätte, wie gut wir sind, hätte er uns einen anderen Platz im Billing gegeben.


Ihr seid heute mit dem Sound, wie ich gehört habe, nicht so zufrieden?

Tim: Wir waren gerade noch mal drin und haben Strife Zero gehört, die da spielen, und das ist echt okay. Klingt zwar ein wenig wie im Proberaum, weil nichts abgenommen wird, aber ist okay.

Stürmer: Gut, die spielen auch keinen brachialen Sound.


Ja, das habe ich auch festgestellt und mir schon gedacht, dass es vielleicht schwieriger wird, wenn ihr gleich etwas Heftigeres auffahrt.

Tim: Ich finde, im Großen und Ganzen ist alles geil. Das ist Rock’n’Roll!

Martin: Letzter Gig!

Tim: Normalerweise müsste jede Rock’n’Roll – Kapelle auch auf einem Bierkasten spielen können… irgendwie!? Mit einem Gitarrenamp, wie er (deutet auf Martin) ihn hat, mit einem Watt… (lacht)

Jan: Wie kommt man eigentlich auf die Idee, im Kino ein Konzert zu machen?

Martin: Ist ganz cool, ganz kultig irgendwo.

Stürmer: Aber bei der letzten Zweistein Show war alles besser, da ist halt alles abgenommen worden und da war auch ein Mischer da. Das war der, der die letzte Contradiction – Scheibe abgemischt hat (Joachim Kopka – Anm.d.Red.)…


… die ja ziemlich fett ist. Wie ich das gerade herausgehört habe, ist dies heute also der letzte Gig in diesem Jahr.

Stürmer: Wahrscheinlich. Außer, wir würden gewinnen, dann müssen wir wohl im nächsten Monat noch einmal auf der nächsten Zweistein Show spielen.

Martin: Können und dürfen wir!

Stürmer: Es steht sonst noch einer aus, der aber nicht zustande kommen wird, irgendwo in Holland an der Grenze, ich habe den Namen vergessen…

Tim: Dynamo!

(allgemeines Lachen)

Stürmer: Der Auftakt zur Welttournee!


Das heißt, ihr habt auf jeden Fall Pläne, ein Album aufzunehmen und die Klamotten an irgendwelche Leute zu schicken.

Stürmer: Ja klar, ich kenne Tobias, den Bassisten von Night In Gales, und der hat zu Hause eine Liste mit Adressen von hundert Plattenfirmen oder so und die werde ich mir schicken lassen. Vorher geht das Ding eben an Magazine, so dass wir ein paar Reviews kriegen und auch eine Mappe machen zur Bewerbung und die an Labels schicken. Das heißt, wir müssen das Ganze auch optisch gut aufmachen, damit es nicht gleich in den Müll wandert. Aber das müssen wir dann sehen.




Heute Abend erwartet ihr den großen Sieg, viel Geld und viele Frauen, richtig?

Tim: Frauen!

Martin: Ja, wir sind eine reine Frauenband und machen das nur ihretwegen.

Tim: Frauen, Schnaps, Koks und Kekse!

(allgemeines Lachen)

Stürmer: Kann man so stehen lassen, ja.

Martin: Hier sind eben viele Leute mit schwarzen T-Shirts, da hat man einfach gewonnen, egal wie schlecht man ist.


Ich denke auch, wenn man sich das Publikum heute Abend ansieht, habt ihr gute Chancen.

Tim: Ich finde es aber total arrogant, von vornherein zu behaupten, wir gewinnen oder verlieren. Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Mir ist das scheißegal.

Thomas: Die Band, die nach uns spielt, ist auch recht bekannt hier in Wuppertal. Secret Sucks ist irgendwie Punk, glaube ich. Das finden viele Leute mit farbigen Haaren aus Wuppertal sehr gut, deshalb glaube ich, die werden auch gut Stimmung machen.

Tim: Aber wir haben noch ein As im Ärmel, denn am Ende ziehen wir uns alle aus.

Stürmer: Wie jetzt?

Tim: Nee, du bleibst angezogen.

(allgemeines Lachen)


Okay, das letzte Wort gehört euch, du (in Richtung Tim) kannst jetzt noch einmal über deinen Penis erzählen, wenn du willst?

Tim: Mein Penis?! Ich kann eigentlich nur sagen, er ist unfassbar groß und ich kann im Grunde gar nichts dafür. Damit bin ich echt auch gestraft. Ansonsten ist er ein sehr, sehr guter Freund…. Nee, jetzt mal ernsthaft… Jetzt sag‘ mal einer von euch (in Richtung Rest der Band) was!

Martin: Ihr braucht einen Nachfolger, oder?

Tim: Ja, wir verlieren leider Gottes unseren Gitarristen, den… äh, … wie heißt du eigentlich…

(allgemeines Lachen)

Tim: …Martin und brauchen dringend Ersatz. Leute, die Metal mögen und ein bisschen was auf dem Kasten haben, können sich ja mal melden.

Martin: Ein halber Steve Vai wäre nicht schlecht.

Stürmer: Mit Banderfahrung wäre ganz gut. Egal, wer Bock hat, sollte sich melden. Das Ganze geht an rebattered@web.de.

Tim: Wir haben zwar nichts, aber eine E-Mail-Adresse.

Stürmer: Ja, warte, ich sage Dir noch meine Telefonnummer, dann können die Leute mich auch anrufen, das ist die 0173 / 2332306.


Alles klar, vielen Dank!

Tim: (schreit ins Diktiergerät) Tschüs!



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