Delirium TremensTelefoninterview 02.03.2005>> Mehr Material zur Band
Nach zweimaliger Terminverschiebung haben Rowdy Bad Bone von Delirium Tremens und ich es letzten Endes doch geschafft, ein wenig per Telefon zu quatschen. Dabei wurden interessante Informationen über mögliche Verwandtschaften im Metal - Bereich sowie miserable Erdkunde - Kentnisse zu Tage gefördert. Nebenbei ging es natürlich auch um die Musik…


Hi Bad Bone, grüße Dich!

Hi! Du hast schon an unser Interview gedacht, oder? (lacht)

Ich hab dran gedacht, ja, ich musste nur kurz noch das Aufnahmegerät einschalten. Trotz festgelegter Zeit wartet man immer auf den Anruf und wenn der dann kommt, ist es schon irgendwo überraschend, deshalb bin ich auch die ersten 2 Minuten immer etwas nervös. Das legt sich danach aber wieder.

Das kenn' ich, das ist bei mir nicht anders! (lacht)

Ich bin froh, dass das mit uns jetzt mal geklappt hat, das war ja ganz schön schwierig.

Das schon, ja. Mich hat es zwar jetzt ein bißchen erwischt, aber ist nicht ganz so schlimm.

Ist doch bald Wochenende.

Genau, da brauch man's! (lacht)

[…] Na gut, gib mir doch zur Orientierung mal 'nen Tipp, welcher von den ganzen Rowdys Du bist.

Hast Du die Platte vor Dir? Ich bin der oben links. (lacht) Ich glaub zumindest, dass es auf dem Bild im Inlay so ist.

Also der mit dem Patronengurt … obwohl … den habt ihr auch alle, oder? Das war jetzt keine besonders gute Beschreibung. Egal. Kommen wir zum Wesentlichen: Eine Biographie sucht man bisher auf Eurer Homepage vergebens, vielleicht kannst Du den Leuten, die Euch nicht so kennen, an dieser Stelle mal exklusiv was über die Band erzählen?

Also, angefangen hat eigentlich alles 1996 aus einer Sauflaune heraus. Es ging dann so hin und her, wir haben mal hier was gespielt und mal da was gespielt. Wir haben eben Coverversionen, beispielsweise von den Ramones, zum Besten gegeben aber auch eigenes Zeug. So wie Bands nun mal anfangen. 1999 kam das erste Album "Violent mosh ground" heraus, welches wir in Eigenregie produziert haben, auf dem ich allerdings noch nicht dabei war. Ich bin erst 2001 dazugekommen. Direkt nach "Violent mosh ground" hat der Drummer die Band zum Release verlassen, so dass sie für ein Jahr auf Eis gelegt wurde, eben wegen des Drummermangels. Nachdem ein neuer Schlagzeuger gefunden wurde, welcher auch der ist, den wir bis heute haben, wurde die "Rot in hell" - Promo rausgebracht. Das Lineup ist seither, auch seit ich dabei bin, konstant geblieben. Anschließend kam erstmal drei Jahre lang gar nix (lacht), bis wir es geschafft haben, nach Lübeck ins ‚Rosenquarz Studio' zu gehen und dort "Thrashing warthogs" aufzunehmen. Das war im Dezember 2003. Es hat wiederum ein weiteres Jahr gedauert, bis diese endlich 'rauskam. Da sind eben einige unglückliche Umstände zusammengekommen, außerdem sind wir nicht die Schnellsten (lacht)! Aber Hauptsache, die ist jetzt draußen. Wir sind mit dem Ding saumäßig zufrieden!

Warum hat die Drummersuche so lange gedauert? Gab es zu wenig Bewerber?

Nö, aber die Ansprüche sind bei uns sehr hoch. Unser jetziger Drummer passt auch menschlich dazu, es muss ja nicht nur musikalisch passen. Wir sind ein totaler Chaotenhaufen und da muss er sich einfügen. Er muss genauso viel Scheiße labern und so weiter, das muss halt passen.

Na, das würde man ja jetzt gar nicht vermuten. Wenn man so über Euch liest, ist man doch geneigt, Euch für eine seriöse Band zu halten.

Inwiefern?

Nein, das war natürlich nicht ernst gemeint.

(lacht) Verstehe! Ich hätt' mich sonst auch gewundert, was für Interviews Du gelesen hast. (lacht)

[…] Aber Euer Name z.B. klingt ja schon intellektuell anspruchsvoll?!

Naja, der Name entstand eigentlich dadurch, dass es einen Song von Impaled Nazarene gibt, der so heißt. Wir dachten, das klingt so ganz cool. Daraufhin haben wir in einem Medizinbuch nachgeschaut, ich glaub', das war von 1930 oder so, jedenfalls uralt. Da stand dann drin: ‚Das ist das Endstadium vom Alkoholismus. Die Leute sind totale Asoziale aus niederen Schichten, die nur in Kneipen rumhängen, sich Knochen brechen und so durch die Straßen rennen, ohne es zu merken. Sie erkennen Bekannte und Familienmitglieder nicht mehr etc.' Da haben wir uns gedacht, das passt doch. (lacht)

Gibt es denn zu den einzelnen Namen der Bandmitglieder kleine Anekdoten oder habt ihr euch die einfach frei ausgedacht?

Auf der ersten CD gab es ja auch schon Namen, allerdings andere. Der Rowdy Mütze Piper war z.B. der ‚Premutos' und der Basser Rowdy Roll war damals … hm, da müsst ich mal nachschauen, scheiße, wie hieß er denn?! Jedenfalls hatten wir noch den ‚Sadistic dick of destruction'… genau, so hieß er (lacht). Lauter komische Namen eben. Die neuen Namen sind das Resultat einer Aktion, die Mütze Piper und Rowdy Roll auf dem Open hell - Festival gebracht haben. Die sind total sturzbesoffen durch die Gegend gelaufen, haben irgendwelche Leute genommen und durch die Gegend geschmissen. Unser Sänger, Mütze Piper, ist Bodybuilder und hat dadurch ein bißchen Kraft! Der hat wildfremde Leute gepackt und durch die Gegend geschmissen, so dass eben gesagt wurde: ‚Ey, ihr seid doch Rowdys!' Da haben wir uns gedacht, wir geben uns einfach mal alle Rowdy - Namen.

Aber zu dem zweiten Teil Eurer Namen gibt es jetzt keine spezielle Geschichte? Beispielsweise, dass Mütze Piper so heißt, weil er immer 'ne Mütze trägt oder was weiß ich?

Nö. Mütze heißt einfach bei uns Mütze, deshalb haben wir uns gedacht, das passt. Gut, Rowdy Roll ist der absolute Rock 'n' Roller, also zu ihm passt es auch, aber bei dem Rest ist das eher so wie es uns grade eingefallen ist. Da kann sich ja jeder selber was denken. Rowdy Rocket, unser Gitarrist, spielt meinetwegen raketenstarke Riffs! (lacht) Keine Ahnung! (lacht)

Hat aber nix mit den Leuten zu tun, die Bühnen aufbauen, Instrumente stimmen usw.?

Nenee, das wäre ja der ‚Roadie'!

Hätte ja ein Wortspiel sein können!?

Soweit denken wir nicht. (lacht)

Das liegt wahrscheinlich auch nur daran, dass mein Englisch so miserabel ist und ich da erstmal in die falsche Richtung gedacht habe. Ich mach' daher auch nur die Interviews mit deutschen Künstlern, sonst würden sich die Leute alle kaputtlachen! (lacht) Kommen wir mal zu eurer CD: Liest man die Reviews, scheint bei euch der Manowar - Effekt vorzuherrschen, entweder man hasst euch oder man liebt euch, so ein Mittelding gibt es nicht.

Das ist mir ehrlich gesagt auch lieber. So Reviews, in denen steht: ‚Hab' ich mal reingehört, blabla' kann ich überhaupt nicht ab! Wenn es einer nicht leiden kann, soll er schreiben, dass er es scheiße findet, wenn er es geil findet, ist das natürlich umso cooler, aber so Zwischendinger mag ich persönlich nicht.

Nimmst du es dir denn gar nicht zu Herzen, wenn jemand etwas richtig 'runtermacht?

Es kommt darauf an, was es ist. Jeden Geschmack trifft man nun mal nicht. Wenn es jetzt heißen würde, die Produktion sei scheiße, könnte man daran sicherlich arbeiten. Das ist diesmal aber auch kein Kritikpunkt, weil die Platte einfach knallt! Da sind wir 100%tig zufrieden und wir werden auch weiterhin die schätzungsweise 800 km nach Lübeck hoch fahren, um die nächste Platte dort aufzunehmen. Vom Sound her hat sich das absolut gelohnt, würde ich zumindest sagen. Auch die Typen da sind total cool drauf. Das machen wir auf jeden Fall wieder. Das können wir auch nur weiterempfehlen.

Eure erste Scheibe habe ich leider nicht gehört, deshalb kann ich da nichts miteinander vergleichen.

Du kannst Dir aber drei Lieder von der Webseite runterziehen. Ist halt 'ne Eigenproduktion, daher ein bisschen dünner. (lacht)

Wo wir gerade von Kritik reden. Die Rock Hard hat Euch ja einen Punkt für die Texte abgezogen, weil diese zu "dämlich pubertierend" sein sollen?!

Ich meine, wenn er sich daran aufgeilt, soll er es machen, das stört uns überhaupt nicht. Ich möchte da jetzt nichts großartig kritisieren, aber das Review liest sich so, als ob er die CD zweimal angehört hätte, sie ganz gut findet, aber keinen Bock hat, darüber zu schreiben. So liest es sich, finde ich. Mein Gott, dafür kann man mit dem Rest leben, der erste Satz lautet ja "Delirium Tremens reihen sich gleich mit ihrem Debüt in die Liga deutscher Thrash-Größen ein […]". Living Death haben früher auch Texte bzw. Wörter erfunden, die es gar nicht gab und auf die fährt er ja anscheinend auch ab. Wie er meint. (lacht)

Ich persönlich (wie könnt es anders sein) habe direkt an Tankard gedacht, die haben auch nicht immer die ernsthaftesten Texte.

Sicherlich nicht.

Überlegt ihr denn auch mal, einen ernsthaften Text zu schreiben, also Tankard hatten mit "Under friendly fire" (auf "Beast of bourbon" - 2004) schließlich auch mal einen kritischen Text mit dabei?

Wir haben eigentlich nicht vor, etwas in dieser Richtung zu machen. Es fehlt unserem Sänger dafür der Wortschatz, da er bloß 50 Wörter hat, aus denen er die Texte bastelt. Das sieht man ja auch. Ich denke nicht, dass dies in naher Zukunft passieren wird, das geht eher so chaotisch weiter. Uns geht es mehr darum, Spaß zu haben. Vor allem lachen wir über unseren Scheiß ja selber. Wenn andere das nicht gut finden, können wir das auch nicht ändern, so lange wir unseren Spaß haben, ist das okay. Wenn es jemand cool findet, umso besser. Uns ist aber relativ egal, was da erwartet wird und was andere gerne an Texten hätten.

Wenn ihr das ernst meinen würdet, wäre es allerdings problematisch. Aber so ist das ja bloß Fun.

Eben. Also, wer uns ernst nimmt - wir nehmen uns selber nicht ernst und lachen selber über uns! Wir machen jetzt kein ‚Comedy Metal', wie es manchmal fälschlicherweise gesagt wird, aber was die Texte und das Auftreten angeht, da lachen wir selber über uns. Die Musik nehmen wir schon ernst, aber wir haben Spaß daran, rumzuposen sowie Show zu machen.

Aus dieser Tatsache resultieren dann auch eure ganzen Fotos?

Ganz genau. Wir sind die absoluten Show - Fanatiker. Goddess Of Desire sind in der Richtung schon irgendwo Vorbilder. Das kommt auch raus, denk ich. Das Posen macht uns Spaß und wenn uns einer dafür hasst, dann soll er doch (lacht).

Nörgler gibt es ja immer. Es ist nur schade, dass diese Leute sich nicht die Zeit nehmen, euch ne Mail zu schreiben, was nachzulesen oder irgendwie gucken, was dahinter steht.

Ja gut, aber auf die legen wir auch nicht unbedingt Wert. Wer sich keine Mühe macht - hinterher rennen tun wir keinem. Das haben wir noch nie und das werden wir auch nie tun. Unseren Stiefel ziehen wir weiterhin durch, auch wenn wir damit sicherlich nicht die großen Massen erreichen. Okay, was heißt im Metal schon "Massen"? Du weißt ja, was ich mein. Einen hohen Status zu erreichen, ist eben schwer, dafür sind wir eine Randsparte, die manche leiden können und andere wieder nicht.

Im Underground seid ihr jedoch mittlerweile recht bekannt, oder nicht?

Das mittlerweile ja! Das muss man sagen. Da sind wir auch stolz drauf!

Ich merke das ja nun, wo ich mich mit der Musik noch intensiver beschäftige und nicht nur mit den Großen im Geschäft in Kontakt komme, sondern eben viele kleinere Bands entdecke, die richtig geil sind. Das macht natürlich sehr großen Spaß!

Das stimmt. Das war bei mir genauso. Ich mach ja ‚Metal District' … mit zwölf anderen (lacht) und da war es genauso. Ich hab' eben viele Perlen gefunden, wo ich nie drauf gekommen wäre, dass es so eine Band überhaupt gibt. Die haben mir was zugeschickt, ich hab reingehört und es war das totale Brett. Sonst hätte ich nie was von denen erfahren. In Zeitungen oder so werden die oftmals ignoriert, da macht sich keiner die Mühe, was ich schade finde. Das was, sagen wir mal, ‚Metal - Mainstream' ist, wird hoch gelobt und fertig.

Bands und Magazin sind da eben noch kleiner und deshalb ist das ein ganz anderes Verhältnis zwischen beiden. Da sagt keiner: "Über die schreib ich jetzt nicht!" oder auf der anderen Seite "Ich hab keinen Bock, die dämlichen Pressefragen zu beantworten!". Es ist einfach herzlicher, cooler!

Das auch, also … was wollt ich jetzt sagen? Aaaah, … scheiße, Blackout! Mach einfach weiter!

Na gut. Dann kommen wir halt auf die Texte zurück: Schreibt die alle euer Sänger?

Ja gut, es war so, dass wir ins Studio gefahren sind und dachten, dass wir alle unser Zeug können und unser Sänger die Texte geschrieben hat. Er meinte, es fehlten ihm nur zwei Texte und kurz vor dem Einsingen kam er dann zu uns und sagte, er wollte uns nicht beunruhigen, es fehlen aber in Wirklichkeit noch so und so viele Texte. Da haben wir uns ziemlich betüdelt hingesetzt und haben die Texte zusammen geschrieben. Da kamen dann alle Einfälle zusammen. Im Normalfall schreibt sie unser Sänger, wenn er es vor dem Studio hinbekommt.

Also ist das Bier auch eure Inspirationsquelle?

Bei uns? Joa, kann man so sagen.

Das gleiche gilt dann auch für die Gitarrenriffs?

Die kommen von dem Rowdy Rocket und mir. Entweder haben wir daheim was oder uns fällt bei der Bandprobe was beim Jammen ein, das kommt eigentlich alles immer spontan. Jeder hat da noch seine Riffs in der Hinterhand, die noch nicht verwendet wurden, oder was ganz Neues. Das wird zusammengeschnipselt, bis was Gutes bei rauskommt. Dass wir uns nur auf eine Spielart beschränken, ist so ne Sache. Auf der CD sind ja auch ein paar Death- und Heavy Metal - Riffs drauf und wir bringen jetzt auch ne Rock 'n' Roll - EP mit vier Songs raus, die nur Rock 'n' Roll - Stücke sind. Wir beschränken uns nicht wirklich. Wobei die Hauptrichtung natürlich old school - Thrash Metal ist.

Seid ihr denn auch mit Bands wie Destruction oder Kreator groß geworden?

Was heißt "groß geworden", so alt sind wir alle ja nun auch nicht. Aber das sind so unsere Faves. Angefangen hat es sicherlich mit was anderem, aber Thrash Metal ist einfach die Stilart die hängen geblieben ist. Ob es jetzt die großen oder etwas unbekanntere Bands sind, der Thrash ist einfach hängen geblieben. Es ist die Art, die uns am meisten Spaß macht und die wir am meisten hören.

Verfolgst du aktuell die Veröffentlichungen? Gibt es da ne Platte, wo du sagst, die ist der absolute Hammer?

Ich verfolge es schon aus dem Grund, weil ich ja bei ‚Metal District' bin. Was mich umgehauen hat, war Insignium, die kommen auch bei Dir aus der Gegend, glaub ich, aus Hagen. Die haben mit Black Metal angefangen, bezeichnen sich aber selber nicht mehr als Black Metal - Band, sondern spielen jetzt auch Heavy Metal - Riffs, die zwar auf Black Metal basieren. Die haben viele Dissection - Einflüsse mit drin und die Scheibe ist wirklich der absolute Hammer! Mit das Beste, was in diesem Jahr rausgekommen ist, die haut unendlich rein!

Hast Du die neue Priest gehört?

Nee, noch nicht. Nachdem ich da so ein Sampel im Internet gehört habe, hat es mich nicht weiter interessiert.

[…] Es kommt sicher immer auf die Erwartung an, die man an eine Platte stellt.

Das ist klar.

[…] Wie habt ihr euch denn von "Violent mosh ground" bis "Thrashing warthogs" verändert, gibt es da einen großen musikalischen Unterschied?

Ja! Zwei neue Musiker! Ich und der Schlagzeuger. Das macht viel aus. Du hast mit zwei Gitarren mehr Möglichkeiten und es kommen beim Songwriting verschiedene Einflüsse zusammen, weil ich eine andere Herkunft vom Gitarrespielen her habe, als der andere Gitarrist. Es kommt mehr Abwechslung rein. Unser Schlagzeuger ist eh ein Tier. Der ist Mitte dreißig, seit 20 Jahren aktiv und hat der Band sehr viel gebracht. Vor allem live. Was der spielt, ist enorm. Zwei Gitarren klingen live natürlich auch fetter als eine. Ich denke schon, dass da Fortschritte zu erkennen sind.

Eure Live - Shows, so hab ich es zumindest gelesen, sollen auch ziemlich ausgefallen sein!? Gibt es einen Auftritt, der dir besonders positiv oder negativ im Gedächtnis geblieben ist?

Positiv war letztes Jahr in Tschechien auf dem Open Hell - Festival. Wir haben 2003 schon gespielt und nach dem Konzert am Nachmittag kam der Veranstalter an und meinte, es war total geil und wir müssten nächstes Jahr unbedingt wieder kommen, dann bekommen wir auch 'ne bessere Zeit. Im darauffolgenden Jahr haben wir gespielt, als es dunkel war. Vor der Bühne war es gerappelt voll, die Leute sind abgegangen wie sonst noch was. Wir hatten zwei Feuerwerksbatterien dabei und auch vom Licht und der Stimmung her war es beeindruckend. Die Leute haben uns ziemlich abgefeiert, muss man so sagen, das war ein ziemlich geiles Gefühl. Ein total cooles Konzert. Naja, schlechte Tage haben wir eigentlich immer, weil wir immer total dicht sind. Wir haben z.B. das "Thrash till death" total versaut, weil wir hacke waren, aber eigentlich fanden wir es ganz lustig, eben weil wir so zu waren.

Das ist dann meistens so.

Es gab noch einen kleinen Gig in Forchheim, der war beschissen, weil mein Gitarren - Topteil den Geist aufgegeben hat. So was ist natürlich auch bekackt. Ansonsten sind Konzerte immer geil, es gibt nix cooleres als live zu spielen!

Ihr bekommt auch immer gutes Feedback, sagst Du?

Ja!

Eure Shirts, habe ich in den News gesehen, sind auch restlos ausverkauft.

Genau. Bei uns zumindest. Unser Label hat noch 10 oder 15 und dann sind sie komplett weg.

Seid ihr denn insgesamt mit der Reaktion auf die CD zufrieden?

Von den Reviews her ja. Klar gibt es mal schlechte, aber das hatten wir ja schon besprochen. Wir selber sind zufrieden und haben nix, wo wir sagen, das wollen wir unbedingt beim nächsten Mal anders machen. Es gibt immer Kleinigkeiten, die man im Nachhinein merkt, aber im Großen und Ganzen sind wir damit echt zufrieden. Die Reaktionen waren auch bombig, bei uns hat sich jedenfalls noch niemand beschwert, dass er enttäuscht worden wäre oder was anderes erwartet hätte, es kommen eher gegenteilige Reaktionen, also das passt.

Das ist eigentlich sehr untypisch, viele Musiker sind immer unzufrieden mit dem, was sie gerade gemacht haben?

Vielleicht brauchen das manche Musiker?! (lacht) Ich muss sagen, ich höre mir die Platte immer wieder an und find sie geil, weil es auch die Musik ist, die ich am liebsten mag. Ich find die Songs geil und steh dahinter. Das ist auch bei der ganzen Band so. Klar wollen wir es das nächste Mal besser machen, aber ob wir das schaffen, ist die andere Frage. Wir gehen es eben das nächste Mal an. Wir sind zufrieden.

Ihr habt als Bonus noch "Paradise city" von Guns n' Roses gecovert, das ist auch so ein Punkt, der in den Reviews für Gesprächsstoff gesorgt hat. Die einen fanden es total scheiße und die anderen meinten, es sei ein richtig gutes Ding.

Das Problem hast Du immer, wenn Du einen Klassiker coverst. Die Leute kommen an und sagen: ‚So was darf man nicht covern!' und ‚Scheiße, es kann nur das Original geben!'. Egal, who cares?

Solange man keine Techno - Version draus macht, wie bei Alice Cooper's "Poison" geschehen, ist das in Ordnung.

Ja, eben. (lacht) Wir haben mit Guns n' Roses angefangen, finden die immer noch geil, weil Poser - Musik sowieso geil ist, und wollen auch in Zukunft mal Mötley Crüe, Def Leppard oder Kiss spielen. Das ist cool und macht uns saumäßig Spaß. Es ist so gekommen, dass wir in einer Metal - Kneipe saßen, dort "Paradise city" lief und wir dachten, das könnten wir covern. Das spielen wir dann als Opener auf einem Konzert. Wir stoßen allen vor den Kopf und spielen das zu Beginn. Wir haben bei der Bandprobe dann angefangen, es zu spielen, obwohl sich unser Schlagzeuger zunächst geweigert hat, aber mittlerweile findet er es auch cool. Wir haben es bei der Probe aber nie zu Ende gespielt, sondern immer beim Mittelteil abgebrochen. Im Studio haben wir uns überlegt, scheiß was drauf, das nehmen wir jetzt auf und wenn es gut wird, tun wir es auf die Platte. So ist dann was draus geworden. Wir haben noch schöne Background - Vocals eingesungen und dann kam es da drauf. Die im Studio haben uns auch ungläubig angeschaut und gefragt, ob wir einen Schlag hätten, aber mein Gott, wir haben uns das in den Kopf gesetzt und es durchgezogen.

Es brodelt ja die Gerüchteküche: es heißt einmal, euer Sänger sei "die Ausgeburt des Beischlafes von Gerre und Schmier" (powermetal) und zum anderen wird er als "räudiger Bastard, der bei einer sexuellen Zusammenkunft zwischen Schmier und Tom Angelripper enstand" (metalnews) beschrieben. Kannst Du da Licht ins Dunkel bringen, was ist denn da nun gelaufen?

Ich kenn mich in der Gerüchteküche jetzt auch nicht so aus, aber wahrscheinlich war das so. Er klingt eben ein wenig wie…

…also Schmier war ja nun definitiv dabei, bleibt die Frage, wer der Partner gewesen ist…

…wahrscheinlich keiner von beiden, sondern eher Paul Baloff.

Aha! Jetzt kommt es raus!

Schmier und Paul Baloff sind eigentlich die Vorbilder von unserem Sänger. Vor allem, wie letzterer immer auf der Bühne abgegangen ist, das war schon allerhand!

Habt ihr Schmier denn schon mal getroffen, hat er von euch Kenntnis genommen?

Soweit ich weiß, ja. (lacht) Wenn es noch steht, sollen wir bei euch oben, … obwohl, ist Osnabrück bei euch in der Nähe?

Da fragst Du mich was!

Naja, jedenfalls sollen wir dort Ende des Jahres mit Destruction spielen.

Da schau ich noch mal nach.

Dann können wir ja beim Schmier mal nach einer Schwangerschaft fragen….

… einen Test verlangen! Ich bin gespannt und werde diesbezüglich noch mal nachfragen. (lacht)

(lacht)

Damit hast Du mir schon die nächste Frage vorweggenommen, nämlich ob wir hier im Raum Düsseldorf zukünftig die Möglichkeit haben, euch live zu sehen?!

Allgemein gilt: Einfach anfragen. Wir sind für alle Schandtaten zu haben! Wir sind sofort dabei. […]

Stimmt das, dass du eine 2500 Euro teure Gitarre hast?

Was hab ich? 205 000!? Das ist der Neupreis. Aber unser Bassist hat sich ein bißchen dran vergangen. (lacht) Bzw. wir waren bei einem Dissection - Konzert, das war bei uns in der Nähe vom Proberaum, wo wir dann hin sind und ein wenig Sauferei gemacht haben. Unser Bassist ist dann gegen den Verstärker gerumpelt und der ist auf meine Gitarre geknallt.

Aua! Da kann man doch töten, oder?

Im Moment ja. (lacht) Aber ich spiel sie ja schon wieder. (lacht)

Darf man denn Erwartungen bezüglich des neuen Albums stellen. Du hast gesagt, ihr versucht natürlich das alte zu toppen, in welcher Hinsicht auch immer?

Momentan sind wir eigentlich überhaupt noch nicht dabei, etwas zu machen, weil wir uns auf die Rock 'n' Roll - EP konzentrieren. Es stehen ein paar Songs so halbwegs, die auf der nächsten CD landen werden. Es wird ziemlicher Highspeed - Thrash Metal sein, durchgeprügelt, aber ansonsten kann ich da eigentlich noch nicht viel sagen.

Ihr habt also keine Marschrichtung?

Nö, es soll einfach schön drauflos brettern, schauen wir mal. Vielleicht hauen wir wieder eine coole Coverversion drauf, Mötley Crüe's "Smokin' in the boys room" oder so, das haben wir uns schon überlegt, das wir das eigentlich machen könnten, aber mal schauen.

Nun gut, da steht auch schon keine Frage mehr auf meinem Zettel, die ich dir stellen möchte. Hast Du abschließend noch etwas, was du schon immer loswerden wolltest?

Also, erstmal finde ich es cool, dass du dieses Interview machst…

…dankeschön!

Du gibst uns die Chance, uns kundzutun, daher muss ich mich bedanken! Ansonsten sollen uns alle auschecken, die old school - Thrash mögen! Oder auf ein Konzert von uns kommen, die Termine gibt es auf unserer Homepage. Soweit so gut (lacht)

Gut, dann bedanke ich mich auch noch einmal für das Interview, wünsche dir noch einen schönen Abend und schaue nach, wo Osnabrück liegt.

Ansonsten spielen wir auch noch in Paderborn.

Das ist, glaub ich, eine Ecke näher!? Viel Erfolg auch noch mit ‚Metal District' und bis dann!

Bis die Tage, tschau!


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