 Ektomorf haben sich in diesem Jahr mit dem ihrem neuen Album 'What doesn't kill me...' nach einer längeren Pause zurückgemeldet. Wir waren mit Bandleader Zoltan aus diesem Grund zum Gespräch verabredet.
Wie war es bisher auf Tour?
Unglaublich gut. Die Läden sind zum Bersten gefüllt. Fühlt sich gut an... wie bisher noch nie.
Das Album ist jetzt seit ein paar Wochen raus, wie waren die Reaktionen bisher?
Wirklich großartig. Wir sind auf Platz 94 der Deutschen Charts. Das Label sagte, dass sie froh sind, wenn wir unter die Top 150 kommen. Dann haben sie mich auf dem Weg zum Flughafen angerufen und mir die gute Nachricht durchgegeben, dass wir auf Platz 94 sind und das schon nach vier Tagen. Und es geht noch weiter nach oben, durch die Tour verkaufen wir noch mehr.
Erzähl mir doch ein wenig über das Album selber. Ich finde das 'What doesn't kill me...' wesentlich energetischer geworden ist als der Vorgänger. Ihr habt die Gibsy Elemente fast komplett fallen gelassen und habt ein unglaubliches Thrashbrett hingelegt.
Ich würde sagen wir sind noch Grooviger geworden, nicht unbedingt thrashiger. Wir haben die Gitarren dieses Mal wirklich weit runter gestimmt, bis A, du wirst es heute Abend merken. Die springen dich richtig an. Wir haben weniger Melodien und viel mehr Groove, fast wie ein Herzschlag. Zudem haben sich die Texte enorm verändert. Das Album ist wesentlich persönlicher geworden, ich schreibe z.B. über Liebe oder andere Sachen, über die ich bisher noch nicht schreiben konnte. Allerdings alles sehr direkt und voll in die Fresse. Das Album ist im Vergleich zu den letzten 10 Stufen weiter.
Wie kam es zu dieser Entwicklung? Was ist in den letzten Jahren alles passiert? Immerhin ist ja schon einige Zeit seit dem letzten Album vergangen. Vor allem interessiert mich warum gerade die Gibsy Elemente, die ja viel vom Ektomorf Sound ausgemacht haben so gut wie verschwunden sind.
Ich würde sagen, die Gibsy Elemente waren bisher nie so richtig ein Element unserer Liveshow. Wenn du auf eins unserer Konzerte gekommen bist, hast du das eigentlich nie gehört. Es klingt halt gut auf einem Album, aber live kann man es halt schlecht umsetzten. Ich muss sagen, ich vermisse sie aber auch nicht. Ich wollte dieses Album sehr direkt aufnehmen, die Lyrics sind sehr direkt und so brauche ich diese atmosphärischen Parts nicht. Als wir im Studio waren ist die Frage nach Fills gar nicht erst aufgekommen. Es hat alles so gepasst.
Wie viel davon hat auch damit zu tun, die Sachen so aufzunehmen, wie ihr sie Live spielt?
Gerade bei diesem Album ist es so, dass das, was du live hörst, zu 100% auch das ist, was wir aufgenommen haben, einmal abgesehen von diesem winzig Kleinen bisschen, wenn man mal ne Flöte hört oder so was. Ektomorf ist schon immer eine Liveband gewesen und mit diesem Album wollte ich den Leuten wirklich auch das geben, was Ektomorf ausmacht.
Was glaubst du, wie viele Leute haben euch durch eine Live Show kennengelernt und wie viele sind über ein Album auf eure Musik aufmerksam geworden?
Das hält sich, glaube ich, die Waage. Immer wieder höre ich von Leuten die uns über Alben kennengelernt haben, aber genauso oft kommen Leute nach einer Show zu mir, die mir sagen, dass sie uns zum ersten Mal gesehen haben und nun Fan sind.
Du bist inzwischen ja schon eine ganze Weile mit der Band unterwegs, und wenn ich mich auf Konzerten so umsehe, werden die Fans von Jahr zu Jahr immer jünger. In wieweit ist es dir wichtig gerade junge Fans von eurer Musik zu begeistern. Ich meine da sind Jungs und Mädels da draußen, die 14,15,16 sind.
Das ist richtig und ich bin verdammt froh drum. Mit aller Musik ist es so, dass es immer eine große Veränderung gibt, wenn eine neue Generation dazu kommt. Wir haben einen solchen Wechsel im Moment. Die Jungen suchen sich ja ihre eigenen Bands und die schauen halt nicht mehr in den 80ern, ja sogar nicht mehr in den 90ern und es ist cool, wenn man von den Leuten im Internet ließt, dass sie froh sind in der Ektomorf-Generation zu sein.
Wie siehst du denn die Metalszene generell im Moment? Metal ist ja in den letzten Jahren ziemlich populär geworden.
Metal ist nicht mehr das Monster, das es einmal war. Heutzutage können Bands wie Slipknot im Fernsehen auftreten. Ich meine die sehen mit ihren Masken schon immer ziemlich grausam aus, aber die Menschen haben gelernt das zu akzeptieren. Das ist schon ziemlich cool. Zudem kommt auch noch, dass gerade die härteren Sachen immer beliebter werden und nicht mehr wirklich zum Underground gehören.
Ich habe mal ein Statement von einem Künstler gelesen, der gesagt hat 'hört euch die Idole eurer Idole an. Was wären die Sachen, die du den Leuten empfehlen würdest?
Ich würde auf jeden Fall Metallica empfehlen, wenn es um Metal geht. Darüber hinaus würde ich auch noch, auch wenn das jetzt komisch klingt, Johnny Cash empfehlen. Für mich als Musiker ist er einfach der Größte. Ich würde sogar sagen, erst Johnny Cash, dann Metallica.
Das ist eine gute Antwort. Ich finde immer das sind so die Sachen, die man wirklich weiter geben sollte, denn immerhin war Johnny Cash wirklich eine der ganz Großen. Was sind den die Sache, die du aus der Musik von Johnny Cash die du für dich übernommen hast?
Die Leidenschaft. Die Leidenschaft und die Liebe. Er war einfach kein Poser. Er hat sich hingesetzt und das gesagt und getan, was er wollte. Das finde ich schon bedeutsam.
Metal selber ist jetzt noch nicht so alt, dass heißt es gibt noch nicht wirklich viele alte Musiker in diesem Genre die immer noch auf der Bühne sind. In anderen Genres ist es durchaus normal, noch mit 60 oder gar 80 auf der Bühne zu stehen. Glaubst du, dass du auch noch mit 60 dieses intensive Zeug machst?
Ich will es solange machen, wie ich kann! Das ist meine Leidenschaft und ich hoffe das auch noch zu machen wenn ich 50, 60 oder 70 bin.
Was steht denn als nächstes an? Ihr spielt diese Tour zu Ende, dann werden bestimmt einige Festivals folgen, was steht aber darüber hinaus an?
Wir haben schon eine Tour für den Herbst geplant, es ist aber noch nichts spruchreif. Wir werden in diesem Sommer nicht so viele Festivals spielen, da wir uns auf die Clubkonzerte konzentrieren wollen. Darüber hinaus wollen wir im September/Oktober eine Supporttour in den USA spielen. Wir sind bisher noch nicht da gewesen, deswegen geht es erst einmal als Support darüber.
Bekommt ihr denn eine Menge anfragen aus den USA?
Ja, deswegen wollen wir ja da hin. Die Anfragen sind schon wirklich groß. Unsere Musik ist da schon bekannt und ich glaube wir haben jetzt schon eine sehr gute Basis.
Was gibt es denn für Langzeitpläne für die Band? Was wollt ihr noch erreichen?
Wir wollen einfach noch größer werden und unsere Musik auf der ganzen Welt bekannt machen. Es gibt noch so viele Ecken, in denen wir noch nicht gewesen sind und wo wir noch spielen wollen.
Dann danke ich dir für deine Zeit und die letzten Worte gehören dir.
Hört euch das neue Album an, wenn ihr das noch nicht getan habt, und kommt bei einer Liveshow vorbei.
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