WitchtowerFaster Than Death>> Mehr Material zur Band

01. Shadows bleed
02. Generation genocide
03. Older than time
04. The burning dogma
05. In conspiracy
06. Hysteria of the wicked
07. ... of rebellion
08. Faster than death
09. The decline phenomenon
10. Pentagram legions
Kaum etwas ist schöner für einen Musik – Liebhaber, als das Entdecken einer geilen Band, die den eigenen Geschmack auf den Punkt genau trifft und die man fortan in die Reihe seiner Lieblingsbands eingliedern kann. Noch überwältigender stellt sich dieser Effekt dar, wenn man völlig unvorbereitet durch eine solche Band überrumpelt wird. So geschehen auch im Falle von Witchtower, die ich zum ersten Mal beim Cologne In The Dark II – Festival am 23.09.2005 in Köln sah und hörte und die ich, obgleich die Band bereits seit einigen Jahren tief im NRW – Underground verwurzelt ist, zuvor eigentlich gar nicht auf der Rechnung gehabt hatte. An jenem Abend in Köln stellten Witchtower ihre brandaktuelle CD „Faster than death“ live vor, die ich mir natürlich sofort kaufen musste und der diese CD-Besprechung gelten soll.

Doch erst einmal ein paar Sätze zur Bandgeschichte: Witchtower wurden gegründet im Herbst des Jahres 1998. Etwas mehr als ein Jahr später, genauer gesagt im Dezember 1999, veröffentlichte die Band ihr erstes Demo „Anthems of decay“, das seinerzeit bereits sehr gute Kritiken einfahren konnte, mittlerweile ausverkauft ist, aber auf der Bandhomepage www.witchtower-metal.de als kostenloser Download zur Verfügung steht. Im Sommer 2001 folgte mit „Under fallen wings“ das zweite Demo, das ebenfalls auf äußerst positive Resonanzen stieß und Witchtower einen weiteren Schritt nach vorne brachte. Nach Konzerten u.a. mit Bands wie Die Apokalyptischen Reiter, Skyclad, Goddess Of Desire, Night In Gales, Amon Amarth oder Purgatory sorgten einige Lineup – Probleme im Jahre 2003 dafür, dass es zum ersten Mal in der Bandgeschichte nicht ausschließlich bergauf ging. Vom „Under fallen wings“ – Lineup sind mittlerweile lediglich Sänger Ralf und Leadgitarrist Schulz übrig geblieben, diese fanden in Bassist Michael, Rhythmus-Gitarrist Benjamin und Schlagzeuger Waska neue Mitmusiker, mit denen nun geschlagene vier Jahre nach „Under fallen wings“ das dritte Demo „Faster than death“ eingespielt worden ist.

Langjährige Fans der Band kann ich direkt mal beruhigen: Weder die relativ lange Wartezeit, noch die Besetzungswechsel konnten dem Sound Witchtowers etwas anhaben, der Fünfer bewegt sich immer noch konsequent im gewohnten Fahrwasser, d.h. in der Schnittmenge zwischen Thrash und Death Metal, wobei das Ganze wie gewohnt geradlinig, frisch und energiegeladen, sowie auf der anderen Seite im positivsten Sinne hoffnungslos old schoolig, aber nie altbacken oder langweilig daherkommt. Außerdem wird folgendes auf dem Backcover direkt mal klargestellt: „There are still no keyboards and female vocals on this album!“ – Gut so!

Der sofort zündende, brachiale Opener „Shadows bleed“ schlägt sich trotz vereinzelter Thrash Metal – Riffs noch nahezu gänzlich auf die Todesblei – Seite, vor allem was Ralf’s Gesang anbelangt, während das folgende „Generation genocide“ dann eher den Thrash Metal – Bereich abdeckt. Mit der Thrash / Death – Granate „Older than time“ folgt das erste ganz große Highlight der Scheibe: die Gitarrenriffs zwingen den geneigten Headbanger auf die Knie und mit den „Wishmaster, wishmaster“ – Textzeilen ist der Band ihr vielleicht eingängigster und gleichzeitig mächtigster Refrain gelungen! Grandios! Auf diese oder ähnliche Weise könnte man jeden Song auf „Faster than death“ im Einzelnen kommentieren, ich möchte mich jedoch nicht wiederholen und langweilen. Deshalb allgemein gehalten: Die Schießbude feuert aus allen Rohren, es gibt Riffs ohne Ende von sägenden, erbarmungslosen Gitarren; mal aggressiv und knüppelhart, mal im Midtempo – Bereich angelegt, tendiert die Musik in einem höheren Prozentsatz in Richtung Thrash Metal, während der Gesang eher schwerpunktmäßig dem Todesblei – Bereich zuzuordnen ist. Aber wie klar geworden sein sollte: die Grenzen zwischen diesen beiden Stilen sind bei Witchtower fließend. Gesondert hervorheben möchte ich abschließend noch den Schlusspunkt des Albums, der mit Sicherheit auch für längere Zeit der Schlusspunkt eines jeden Witchtower – Konzertes sein wird: „Pentagram legions“, eine Thrash’n’Roll Fun – Nummer, die vom Charakter her ein wenig an Tankard’s „Empty tankard“ oder eine Band wie Goddess Of Desire erinnert. Ein Thrash-Rocker im Midtempo – Bereich, der mit einem sehr kultigen Text und einem Mitgröhl – Refrain erster Güte ausgestattet ist.

Für den für eine Eigenproduktion absolut amtlichen, da schnörkellosen, druckvollen und old schooligen Sound sorgte Blood Red Angel – Frontmann Klaus „Manni“ Spangenberg, des weiteren kommt das Album mit einem absolut professionellen Booklet mit allen Texten und einem hübschen Artwork daher.

Waren schon „Anthems of decay“ und „Under fallen wings“ nicht von schlechten Eltern, so stellt „Faster than death“ mit Abstand das beste Witchtower – Album und bisherige Meisterwerk der Band dar. Hier stimmt einfach alles und man hat von der ersten bis zur letzten Sekunde der ca. 40 Minuten ohne einen einzigen Ausfall maximalen Spaß!

Jeder Thrash / Death Metal – Fan, der gerne mal zu ordentlich Bier und kultiger Mucke den Schädel kreisen lässt, sollte dieser Band ein Ohr schenken, denn alles andere wäre ein verdammter Fehler! Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen: Es ist nie zu spät, diese Perle des NRW – Undergrounds für sich zu entdecken. Für mich ist „Faster than death“ das Album des Jahres 2005 im metallischen Underground (Dito! - Defroster)!

Wer sich vor dem Kauf einen Höreindruck verschaffen möchte, der kann auf www.witchtower-metal.de in die Songs „Shadows bleed“ und „Older than time“ reinhören. Über die Bandhomepage kann „Faster than death“ auch für läppische 6 Euro (plus 1,50 Euro Porto und Verpackung) geordert werden.

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