 01. Being nothing
02. Phantasma
03. Poems
04. Descent into chaos
05. Frozen
06. Drug
07. Silent solitude
08. Omen
09. Release
10. Solus (instrumental)
11. Jubilant cry
12. Reality vs. truth Die Vielzahl von Bands, die sich dem melodischen Death Metal verschrieben haben, ist kaum noch zu überblicken. Gerade Musikern aus Schweden scheint diese Art des Metals förmlich in die Wiege gelegt zu sein, nicht umsonst hat sich in den letzten Jahren der sogenannte Göteborg – Sound entwickelt, der sich großer Beliebtheit erfreut und dem Todesmetall einen gehörigen Popularitätsschub verpasst hat. Ein (weiterer) Diamant in diesem Bereich ist zweifellos der Fünfer Nightrage, der durch das Gitarrenduo Iliopoulos / Gus G. in Griechenland (also nicht Schweden) gegründet worden ist und der mit „Descent into chaos“ in diesen Tagen seinen lang erwarteten zweiten Longplayer vorlegt, nachdem das Debüt „Sweet vengeance“ seinerzeit von vielen als das seit langem beste Debütalbum im Bereich des melodischen Death Metals bezeichnet worden war.
Da es sich bei Nightrage keineswegs um eine Formation von Newcomern handelt, sondern eher um eine All-Star-Band (vergleichbar mit Bloodbath), konnte man eigentlich schon im Vorfeld sicher sein, dass „Descent into chaos“ das hohe Niveau des Vorgängers locker würde halten können. Die Tatsache allerdings, dass mit Schlagzeuger Per M. Jensen (The Haunted), Bassist Brice Leclercq (Dissection) und Sänger Tom S. Englund (Evergrey) gleich drei Musiker des Debütalbums mittlerweile nicht mehr zum Lineup zählen, konnte schon für ein wenig Skepsis diesbezüglich sorgen. Doch das übrig gebliebene Trio Marios Iliopoulos (g. / ex-Exhumation), Tomas Lindberg (v. / ex-At The Gates, ex-The Crown) und Gus G. (g. / Firewind, ex-Mystic Prophecy, ex-Dream Evil) hat sich mit Schlagzeuger Fotis Benardo (ex-Septic Flesh) und Bassist Henric Carlsson (Cipher System) prominenten Ersatz ins Boot geholt, mit dessen Unterstützung erneut ein hochklassiges Death Metal – Brett aufs Band gezimmert worden ist.
Dabei ist „Descent into chaos“ unüberhörbar aggressiver ausgefallen als sein Vorgänger, was den weiterhin gleichzeitig vorhandenen Melodieanteil aber nicht schmälert. Die griechische Doppel-Axt rifft was das Zeug hält und schrubbt ein geiles Death Metal – Riff nach dem anderen, manchmal gleitet ein einzelnes Riff (würde man es aus dem Gesamtkontext herausnehmen) auch fast schon in Thrash Metal – Gefilde ab. Daneben dürfen natürlich auch die charakteristischen melodischen Gitarrenleads und –soli nicht fehlen, die charakteristisch für den vielzitierten Göteborg – Sound sind. Unter dem Strich ist die Gitarrenarbeit ein absolutes Brett in der Schnittmenge von Aggression und Melodie. Die Rhythmus – Arbeit sorgt für den nötigen Tritt in den Allerwertesten, während Tomas Lindberg’s Stimme, die irgendwo zwischen Schreien und Kreischen pendelt, ohne Frage über alle Zweifel erhaben ist. Keine Wünsche offen lässt auch die Produktion von Patrik J. Sten, die knallt ohne Ende und die allen Facetten des Sounds (von melodischen bis hin zu Knüppel-Parts) gerecht wird. Die Songs klingen dreckig und ursprünglich, gleichzeitig aber modern und differenziert und wenn man so will jederzeit ‚schwedisch‘. Abgerundet wird das Album durch ein gelungenes Artwork – und das Auge ißt bekanntlich mit.
An alle Fans von At The Gates, Dark Tranquillity, In Flames, Soilwork, The Haunted & Co.: „Descent into chaos“ ist eine intensive, energiegeladene Abrissbirne, die ausschließlich Killer enthält und in ihrem Genre in diesem Jahr ohne Zweifel einen Spitzenplatz einnehmen wird!
ShamRock
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