Mortal RemainsFull Speed Ahead>> Mehr Material zur Band

01. F.19S.
02. Liar
03. Adrenalized
04. Warhead
05. Follow me
06. Addiction
07. Choice
08. In the line of fire
Wir schreiben das Jahr 1999: In einer kleinen Stadt in NRW, in der die Züge durch den Himmel fliegen, formt sich eine Band namens Mortal Remains. Nach allerhand Besetzungswechseln bildet sich im September 2001 endlich ein festes Lineup mit Kai „Lappen“ Fischer (d.), Stephan Weßling (b. & backing v.) und Matthias Meier (g. & v.), der notgedrungen den bis dahin tätigen Jens Brans ersetzt, weil dieser sich um Familie und Beruf kümmern muss, heraus. Ende April 2003 komplettiert Bernard Plaum (g.) das Gesamtbild. Dieser Vierer aus Wuppertal lässt nun das Thrash/Death – Feuerwerk „Full Speed Ahead“ auf die Menschheit los (wobei Matthias Meier die kompletten Gitarren eingespielt hat) und wird damit ganz sicher großen Schaden anrichten.

Mit einem intensiven Klanggewitter (das musste in diesem Bergischen Zusammenhang einfach mal sein) beschallen Mortal Remains schon seit Wochen meine Bude und setzen mich dabei in einen Rauschzustand. Am liebsten würde ich die ganze Zeit wild bangend im Kreis laufen, an der Deckenlampe hängen oder einfach mal die eigene Gitarre durch die Wand zum Nachbarn schleudern. Nur gut, dass ich mich irgendwie doch im Griff habe. Nach dem kurzen Intro „F.19S.“ ballert auch schon „Liar“ in reinster Thrash-Kultur, sowie mit dem Charme von Sodom oder Holy Moses aus den Lautsprechern. Ohne Verschnaufpause nagelt „Adrenalized“ den Hörer förmlich an die Wand und ist ohne jegliche Zweifel die herausragende Nummer auf diesem Silberling. Die Doublebase läuft wie geschmiert, der Wechselschlag der Gitarre scheint mit einer Motorsäge gespielt zu werden, an deren jeweiligen Zacken ein Plek befestig ist, und der raue Gesang a la Mille rundet die brachiale Wirkung gekonnt ab. Weitere Highlights sind „Choice“ und „In the line of fire“, wobei letzteres anfangs kurz ein wenig an „Hammer smashed face“ von Cannibal Corpse erinnert. Mit ihren insgesamt sieben Songs, die in sieben Tagen aufgenommen, gemixt und gemastert wurden, legen Mortal Remains ein dermaßen geiles Erzeugnis vor, das beweißt, dass auch Dinge gut werden, die nicht so lange währen, und mich erneut vor die Frage stellt, wie ich so blind sein konnte, solch einen Silberling aus meiner eigenen Stadt bisher zu ignorieren – Asche auf mein Haupt! Wer auf die straighte und brutale Dröhnung steht, ist mit „Full Speed Ahead“ bestens bedient – Es gilt der lateinische Leitsatz: Nomen est omen.

Fazit: Mortal Remains sind so dermaßen geil, dass selbst eine Legende wie Exodus scheinbar nicht drumherum kommt, das Cover-Artwork der Jungs zu klauen. Normal, denn von so einer großen Band bekommt man auch in der Bay-Area Wind. Zur Erläuterung: Da „Full Speed Ahead“ zur gleichen Zeit bei mir rumlag wie auch Exodus’ „Soved Headed Kill Machine“, stellte mein Bruder fest, dass sich die beiden Outfits doch ziemlich ähneln. Und wenn schon Exodus sich nach den Jungs richten, hätte ich mir das ausführlich anpreisende Loblied eigentlich sparen können… Wer ein Exemplar der Scheibe ergattern will, kann diese für 8,50 Euro (inkl. Porto) über die bandeigene Homepage http://www.mortalremains.de beziehen.

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