 01. Legion of the damned
02. Death's head march
03. Werewolf corpse
04. Into the eye of the storm
05. Malevolent rapture
06. Demonfist
07. Taste of the whip
08. Bleed for me
09. Scourging the crowned king
10. Killing for recreation (bonus) Das Jahr 2005 war durchaus ein gutes Jahr für den Heavy Metal und hat uns Süchtigen so einige geniale Platten beschert, sowohl was den Underground- als auch den Bereich der ‚etablierten’ Bands anbelangt. Und kaum dass wir uns von dem alten Jahr verabschiedet haben, wird das neue direkt mal zünftig eingeweiht mit dem Debütalbum einer Band namens Legion Of The Damned, die mit einem wahren Paukenschlag auf der Bildfläche erscheint und von Null auf gleich in die erste Metal – Bundesliga stürmt.
Doch hier haben wir es keinesfalls mit ‚echten’ Newcomern und somit Wunderkindern zu tun, denn bei Legion Of The Damned handelt es sich im Prinzip um niemand Geringeren als die holländische Thrash Metal Band Occult, die zwischen 1994 und 2004 sechs Longplayer (der letzte hört auf den Namen „Elegy For The Weak“) veröffentlicht und sich Anfang des Jahres 2005 unter anderem aufgrund massiver Labelprobleme aufgelöst hat. Nun startet der Vierer nach erfolgter Frischzellenkur also ein Comeback unter neuem Namen in folgendem Line Up: Maurice (v.), Richard (g.), Twan (b.) und Erik (d.). Die zehn Songs für „Malevolent rapture“ wurden bereits im Oktober 2004 aufgenommen.
Die Musik, die der geneigte Hörer auf dem Legion Of The Damned – Debütalbum vorgesetzt bekommt, lässt sich recht einfach in Worte fassen: Man nehme die besten Momente der beiden Slayer – Alben „Hell awaits“ und „Seasons in the abyss“, rühre einmal kräftig um und würze das Ganze anschließend noch ein wenig mit deutschem 80er Thrash Metal der Marke Destruction / Kreator / Sodom. Will sagen: „Malevolent rapture“ ist ein Thrash – Brett erster Güte! Richard (g.) schüttelt sich ein Killer – Gitarrenriff nach dem anderen aus dem Ärmel, immer mit ordentlich e-Moll-Wechselschlag (so muss es sein!), und Erik (d.) treibt die Songs mit seinem Nähmaschinen – Schlagzeugspiel erbarmungslos nach vorne. Dabei ist das Songmaterial recht abwechslungsreich ausgefallen, denn Legion Of The Damned schießen zwar jederzeit aus allen Rohren, knüppeln aber nicht eindimensional vor sich her, sondern können durch ein ausgeklügeltes Songwriting auf ganzer Linie überzeugen. Tempovariationen (auch mal bis hin in Midtempo – Gefilde) sind ausreichend vorhanden, gleichwohl das Durchschnittstempo insgesamt recht hoch ausgefallen ist. Legion Of The Damned klingen einerseits nicht altbacken, aber andererseits auch nicht neumodisch, nein, hier bekommt der Konsument einfach nur zeitlos guten Thrash Metal geboten, der sowohl zahlreiche Blastspeed – Parts, als auch einen Mörder-Groove aufweist.
Maurice (v.) hat man ganz offensichtlich in einem operativen Eingriff ein Stimmband von Abbath (Immortal) und eines von Mille (Kreator) eingesetzt, wobei hin und wieder auch mal gesangliche Parallelen zu Schmier (Destruction) oder Tom Araya (Slayer) festzustellen sind. Kurz: Der Legion Of The Damned – Frontmann tönt wie ein zu fünfzig Prozent in Richtung Schwarzmetall abdriftender Thrash Metal – Sänger, was im Falle von Maurice eine höchst eigenständige, variable und charismatische Mischung mit hohem Wiedererkennungswert ergibt.
Was die Produktion anbelangt, sind Legion Of The Damned kein Risiko eingegangen und haben sich einem echten Fachmann auf dem Gebiet des Thrash Metals anvertraut: Andy Classen. Dabei unterscheidet sich die „Malevolent rapture“ – Produktion durchaus vom Classen – ‚Standardsound’ bei Bands wie Tankard oder Final Breath. Und der Klang auf „Malevolent rapture“ verbindet (passend zur Musik an sich) Tradition mit Moderne, sprich: Die 80er Atmosphäre ist erhalten geblieben, wurde aber in ein zeitgemäß fettes Soundgewand gepackt, d.h. der kraftvolle Klang erzeugt in ALLEN Lautstärkebereichen ordentlich Druck.
Unter den zehn Songs von „Malevolent rapture“ befindet sich auch bei genauerem Hinhören kein einziger Ausfall, d.h. jeder einzelne kann im Prinzip als Anspieltipp herhalten. „Demonfist“ oder „Into the eye of the storm“ seien beispielhaft für die groove-orientierten Stücke genannt, die an Slayers „Seasons in the abyss“ – Phase erinnern, „Bleed for me“ ähnelt vom Intro und anfänglichen Aufbau her an den Slayer-Song „Hell awaits“ und „Malevolent rapture“ oder „Death’s head march“ sollten sich all diejenigen reinpfeifen, die eine Thrash Metal – Band vorzugsweise mit einem ihrer Hochgeschwindigkeitssongs kennen lernen möchten.
Und so erhält das neue Jahr bereits in der ersten Januar – Woche sein erstes musikalisches Highlight, das zudem durch ein absolut passendes und sehr cooles Zombie-Artwork (von Adriana Dvorska) abgerundet wird.
Man sollte nicht darauf verzichten, sich das Album in der limitierten Erstauflage inklusive einer ziemlich fetten Bonus-DVD zuzulegen, denn diese enthält die visuelle Umsetzung des kompletten (!) Longplayers, sowie den ziemlich blutverschmierten Videoclip zu „Bleed for me“ und eine Foto-Galerie.
Weitere Informationen gibt es unter www.legionofthedamned.net, live kann man die Band in diesem Jahr hierzulande unter anderem auf dem Rock Hard Festival (Juni) und im Rahmen der No Mercy – Festivaltour (April) bewundern.
ShamRock
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