Tage Mahal>> Mehr Material zur Band

01. The dark
02. People say – gimme some hell
03. Guardian of forever
04. Slipping away
05. Walk alone
06. The nonsensible ravings of the lunatic mind
07. No escape
08. Father, son, holy ghost
09. All the time
10. Nowhere to run
11. Pain
12. Outside the door
13. Fly away
Im Hause Savatage ist es nach der Veröffentlichung des für viele enttäuschenden „Poets and madmen“ – Albums (2001) eher ruhig geworden. Aufgrund stagnierender Verkaufszahlen konzentrieren sich die Bandmitglieder seitdem in erster Linie lieber auf ihre Arbeit mit dem kommerziell sehr erfolgreichen Trans-Siberian Orchestra. Savatage dagegen liegen währenddessen mehr oder weniger komplett auf Eis.

Dabei durfte man sich seit „Poets and madmen“ durchaus über das eine oder andere metallische Lebenszeichen aus dem Hause Savatage freuen: Ex-Savatage – Sänger Zachary Stevens veröffentlichte im letzten Jahr mit „Watching in silence“ das Debütalbum seiner neuen Band Circle II Circle, an dessen Songwriting Chris Caffery und vor allem Jon Oliva einen mehr als gehörigen Anteil hatten, und erst vor kurzem erschien Chris Caffery’s Soloalbum „Faces / God damn war“.

Nun präsentiert uns also der ‚Mountain King‘ unter dem Banner ‚Jon Oliva’s Pain‘ sein erstes Soloalbum „Tage mahal“, für das er sich mit Matt LaPorte (g.), John Zahner (k.), Kevin Rothney (b.) und Chris Kinder (d.) alle zuvor bei Circle II Circle von Zachary Stevens gefeuerten Musiker in sein Boot holte – so schließt sich der Kreis. Der Titel, „Tage mahal“, stellt eine Huldigung an Jon’s Bruder Criss dar, der vor seinem plötzlichen Tod an einem Soloalbum arbeitete, das diesen Titel tragen sollte.

Und was soll ich sagen? – „Tage mahal“ ist ein reinrassiges, qualitativ hochwertiges Old-School – Savatage-Album geworden, wie man es sich nicht anders wünschen konnte! Jon Oliva’s Gesang reicht zwar nicht ganz an alte Glanzzeiten heran und seine typischen Schreie werden nur noch dosiert eingesetzt (ist ja auch logisch, der Mann wird schließlich nicht jünger), unter dem Strich präsentiert sich Jon aber in deutlich verbesserter Form als zuletzt (siehe „Poets and madmen“), so dass sein Gesang letztendlich kaum Wünsche offen lässt und durchaus mit dem Prädikat ‚großartig‘ versehen werden kann. Letzteres gilt auch für die Kompositionen, von denen jede einzelne auch unter dem Namen Savatage hätte veröffentlicht werden können. Orchestrale Songs wie „The dark“, „Guardian of forever“, „Walk alone“ oder „Father, son, holy ghost“ sind typische pianolastige Nummern, die auch aus der „Streets“ (1991) – Phase stammen könnten. Nicht weniger typisch sind die prägnanten Gitarrenriffs in Songs wie bspw. „No escape“, „All the time“, „Nowhere to run“ oder „Pain“, so dass in der Tat sämtliche Savatage – Merkmale abgedeckt werden – im Text von „People say – gimme some hell“ zitiert Jon sogar frei von der Leber zahlreiche Savatage – Songtitel.

Es bleibt nur ein Fazit: „Tage mahal“ ist das beste Savatage – Album seit vielen Jahren und entschädigt vollkommen für die lange Wartezeit seit „Poets and madmen“!

Was wäre es jetzt noch genial, wenn Jon Oliva und Chris Caffery mit ihren Solobands gemeinsam auf Tour gehen würden ... und im nächsten Jahr wird dann endlich das lange angekündigte Savatage – Album zum 25jährigen Bandjubiläum, auf dem auch viele (möglichst alle) ex-Musiker zum Zuge kommen sollen, erscheinen ... Ich kann es kaum erwarten!

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