DestructionBochum, Zeche - 10.11.2005>> Mehr Material zur Band

Destruction & Candlemass - The Alliance Of Doom And Thrash - Tour

Support: After All, Deathchain
Bochum, Zeche
10.11.05




Im Vorfeld dieser Konzertserie war aus der Thrash Metal – Doppelspitze Destruction / Annihilator nach der Absage der Kanadier um Jeff Waters kurzerhand eine ‚The Alliance Of Doom And Thrash’ – Tour geworden, nachdem Schmier & Co. keinen Geringeren als die Doom – Legende Candlemass als Co-Headliner hatten gewinnen können. Angesichts des Destruction – Auftrittes, den ich am 10.11.2005 in Bochum miterleben durfte, könnte man fast schon zu der Vermutung gelangen, Jeff Waters hätte seine Teilnahme zurückgenommen, weil er Angst gehabt hatte, Abend für Abend vom Thrash Metal – Trio aus Deutschland an die Wand gespielt zu werden... Naja, diese Befürchtung traue ich ihm zwar nicht zu – aber es wäre definitiv so gewesen (Zwischen den Zeilen schwingt da wohl die Enttäuschung über „Schizo Deluxe“ mit, wie!? – Defroster)...

Doch genug von einer Band geredet, die gar nicht an dieser Tour teilnahm, widmen wir uns den Hauptakteuren: Meine Vorfreude auf dieses Konzert war riesengroß, denn die Live – Kombination Destruction / Candlemass finde ich alleine vom Grundsatz her richtig geil und noch dazu präsentierten sich beide Headliner auf ihren 2005er – Studioalben „Candlemass“ bzw. „Inventor of evil“ zuletzt in bestechender Form. Zunächst einmal mussten mein Bruderherz und ich uns allerdings mit einem nicht unbedeutenden Ärgernis herumschlagen, das wir nicht erwartet hatten: die tatsächlichen Spielzeiten der Bands stimmten so gar nicht mit den zuvor publik gemachten Einlass – Zeiten überein. Laut Informationen der Vorverkaufsstelle und aller möglicher Internetseiten (einschließlich der der Bochumer Zeche selbst!) sollte der Einlass um 18:30 Uhr sein. Gut, dachten wir uns, dann spielt die erste Band frühestens um 19:00 Uhr. Doch weit gefehlt! Fakt ist, dass wir, als wir um ca. 19:20 Uhr die Zeche betraten, Deathchain (tatsächliche Spielzeit: 18:10 bis 18:35 Uhr) und After All (18:50 bis 19:15 Uhr) bereits komplett verpasst hatten. Und den diversen Foren (z.B. Destruction – Homepage) ist zu entnehmen, dass es zahlreichen Fans nicht anders ergangen ist. Das kann es doch nicht sein, oder? Dies muß ohne Zweifel von Seiten der Zeche in Zukunft anders gesteuert werden!!! Naja, wenn schon nicht live gehört, so tröstete ich mich mit dem Kauf der aktuellen Deathchain – CD „Deathrash assault“ (Die auch gleich ein Gespräch mit mir begannen, das mich zwang, meine miserablen Englischkenntnisse auszupacken. Allerdings beruhigte mich der finnische Klampfer „Corpse“ mit den Worten: „Die einzigen Sätze, die wir in deiner Sprache können, stammen aus billigen Pornofilmen!“ – Defroster).




Candlemass wurden von den bereits Anwesenden (ich würde mal schätzen, dass sich um 19:30 Uhr gerade mal die Hälfte des späteren Publikums in der Zeche befand – siehe oben genannte Problematik) frenetisch empfangen und starteten ihren Auftritt mit dem gewohnt stimmungsvollen Bühnenbild (leuchtende Kreuze) und dem “Ancient dreams” – Klassiker “Mirror mirror”. Messiah Marcolin, der einzig wahre Candlemass – Sänger, legte gleich mal seinen berühmten Doom-Dance auf die Bretter und präsentierte sich wie gewohnt (und wie auch der Rest der Band) in Höchstform. Von der (noch) etwas spärlich besetzten Halle ließen sich die Schweden jedenfalls in keinster Weise beeindrucken und stellten einmal mehr unter Beweis, dass sie die mit Abstand beste Doom Metal – Band dieses Planeten sind. Nach den tonnenschweren ‚Oldies’ „Bewitched“ und „Solitude“ kam erst einmal der aktuelle, selbstbetitelte Comeback – Longplayer mit den Songs „Witches“ und „Black dwarf“ (die Hölle für den Headbanger!) zum Zuge, die sich nahtlos in das übrige Songmaterial einfügten. Nachdem sich die Zeche nun endlich deutlich gefüllt hatte und nach weiteren Doom Diamanten der Sorte „Crystal ball“, „At the gallows end“ und „Demons gate“ beendete „Dark are the veils of death“ (das ich nicht unbedingt erwartet hatte, aber vielleicht sehen das Experten anders) einen überzeugenden und ziemlich fetten 80minütigen Auftritt, der für mich nur einen, dafür aber großen Wunsch offen ließ: „The well of souls“. Aber Candlemass können es sicherlich einfach nicht jedem recht machen, denn diese Band verfügt hinsichtlich ihrer Setlist über ein Luxusproblem: Die berühmte Qual der Wahl.

Setlist Candlemass:

01. Mirror mirror
02. Bewitched
03. Solitude
04. Witches
05. Black dwarf
06. Crystal ball
07. Bandvorstellung / Into the unfathomed tower
08. Copernicus
09. At the gallows end
10. Demons gate
11. Dark are the veils of death





Nach einer um fünf Minuten verlängerten Umbaupause stürmten gegen 21:10 Uhr Destruction die Bühne, um die Bochumer Zeche in Schutt und Asche zu legen. Beim erwartungs- und standesgemäßen Opener „Soul collector“ (vom aktuellen Album „Inventor of evil“) konnte ich noch nicht ahnen, was mich an diesem Abend erwarten würde: die geilste Destruction – Setlist seit langem! Auch bei „Nailed to the cross“ (von „The antichrist“, 2001) schöpfte ich noch keinen Verdacht, stellte aber bereits fest, dass Schmier & Co. am heutigen Abend einen verdammt geilen Sound erwischt hatten (das war in naher Vergangenheit leider nicht immer so) (… denkt man nur an die Releaseparty einige Monate zuvor. – Defroster). Dass sich die Musiker enorm motiviert und spielfreudig präsentierten, ist hingegen fast schon so etwas wie Standard im Hause des Mad Butcher. Apropos: Dieser kam dann auch, gefolgt von „Unconscious ruins“ (!) und einem Old School – Medley, bestehend aus „The ritual“, „Antichrist“ und „Release from agony“. Mann oh Mann, schon zu diesem Zeitpunkt hatte ich vor Freude Pipi in den Augen, doch es sollte noch besser kommen: Das Trio spielte von den aktuellen Alben nur die absoluten Spitzensongs („The defiance will remains“, „Thrash till death“, „Metal discharge“ und „The butcher strikes back“), ansonsten regierten in Bochum die 80er. Die Setlist kann jeder ein paar Zeilen weiter selbst nachlesen, hervorheben möchte ich an dieser Stelle nur noch „Confused mind“ – wer hätte schon mit diesem Schinken gerechnet? Destruction spielten sich in einen wahren Rausch („Total desaster“ war Gott!) und setzten sich (und zweitrangig auch dem Ganzen) mit „The alliance of hellhoundz“ die Krone auf. Quasi mit der Hymne zur Tour, bei der nicht nur Messiah Marcolin (Candlemass) den Destruction – Frontmann lauthals (und mit Booklet in der Hand) unterstütze, sondern auch kein Geringerer als der im Zuschauerraum anwesende Kreator – Frontmann Mille Petrozza (von Schmier aufgespürt und auf die Bühne zitiert) die Bühne enterte, um immerhin den Refrain textsicher ins Mikro zu shouten.




Was für ein grandioser Auftritt! In dieser Form habe ich Destruction noch nie oder zumindest lange nicht mehr gesehen! Die 90 Minuten in Bochum waren für mich richtiggehend denkwürdig und ich bin glücklich, dabei gewesen sein zu dürfen!

Setlist Destruction:

01. Soul collector
02. Nailed to the cross
03. Mad butcher
04. Unconscious ruins
05. Medley: The ritual / Antichrist / “Release from agony”
06. The defiance will remain
07. Days of confusion (intro) / Thrash till death
08. Confused mind
09. Life without sense
10. Metal discharge
11. Eternal ban
12. Curse the Gods
13. Total desaster
14. Bestial invasion
15. The butcher strikes back
16. The alliance of hellhoundz (feat. Messiah Marcolin & Mille Petrozza)


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